IN DER SPRACHE

IN DER SPRACHE

 
 


26. Sep. 2014 um 20 Uhr
Lesung

8. Oktober 2014 um 20 Uhr
Lesung


Koeppenhaus Greifswald

Bahnhofstr. 4/5
17489 Greifswald
Telefon 03834 - 77 35 10
Fax 03834 - 77 35 09

info@koeppenhaus.de
www.koeppenhaus.de
     
  Vor dem Fest

Saša Stanišić (Hamburg) - Prosa

Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Ruhelose Dorfbewohner irren umher und mit ihnen: in Reimen sprechende Energie Cottbus Fans, Ferkel würgende Russen und das Sat1-Frühstücksfernsehen. Saša Stanišić, geboren 1978 in Visegrad in Bosnien-Herzegowina, lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Romandebüt „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ begeisterte Leser und Kritik gleichermaßen, war nominiert für den Deutschen Buchpreis und wurde bisher in 30 Sprachen übersetzt. Stanišić erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Preis und 2013 den Alfred-Döblin-Preis für ein unabgeschlossenes Prosamanuskript, welches nun als sein zweiter Roman „Vor dem Fest“ bei Luchterhand im 2014 erschien.

Wider die Natur

Tomas Espedal (Bergen/Norwegen) - Prosa

Ein Mann wird älter. Er verliebt sich in eine junge Frau. Sie beginnen eine Affäre. Die junge Frau verlässt den älteren Mann. Eine alte Geschichte, doch für Tomas Espedal bedeutet sie einen Riss in seinem Leben, der einen intensiven Erinnerungsprozess in Gang setzt: Seine Jugend, die erste Liebe, die Zeit mit seiner verstorbenen Frau, große Momente, schwere Stunden und Erfahrungen des Alltags ziehen an ihm vorbei. Tomas Espedal, geboren 1961 in Bergen, gab sein literarisches Debut 1988 mit dem Roman ›En vill flukt av parfymer‹ (Eine wilde Flucht vor dem Parfüm). Seither veröffentlichte er zahlreiche in Norwegen preisgekrönte Romane und gilt neben seinem Freund Karl Ove Knausgård als einer der wichtigsten Schriftsteller Norwegens.

Das Literaturzentrum Vorpommern im Koeppenhaus, in Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins, ist seit 2002 im Geburtshaus des Autors Wolfgang Koeppen beheimatet. Das Literaturzentrum führt mit einer Lese- und Veranstaltungsreihe ein künstlerisch-literarisches Programm durch und präsentiert in der hauseigenen Galerie, Wechselausstellungen aus dem Spannungsfeld von Literatur und Kunst. Das Wolfgang-Koeppen-Archiv der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald verwaltet den gesamten Nachlass Koeppens und befindet sich ebenfalls im Haus.
 
     
 
 


27. Sep. 2014 um 19 Uhr
Lesungen - Filmvorführung - Gespräch
Kuratoren: Nora Gomringer, Cornelia Jentzsch und Peter Urban-Halle


KÜNSTLERHAUS LUKAS

Dorfstraße 35
18347 Ostseebad Ahrenshoop
Telefon 03 82 20 - 69 40
Fax 03 82 20 - 694 14

post@kuenstlerhaus-lukas.de
www.kuenstlerhaus-lukas.de
     
  Lesefest - Auftakt
anlässlich der Literaturtage Ahrenshoop

Annekatrin Hendel (Berlin) - Drehbuch
Cecilia Hansson (Stockholm) - Lyrik

„Mitten während der Arbeit / beginnen wir, uns wild nach wildem Grün zu sehnen, / nach dem Ödland selbst, durchdrungen nur / von der dünnen Zivilisation der Telephondrähte.“ schrieb der schwedische Nobelpreisträger Tomas Tranströmer in seinem Gedicht „In den Randgebieten der Arbeit“. Die Autorinnen und Autoren kommen nach wie vor besonders gern zum Arbeiten nach Ahrenshoop, auch wenn die Zivilisation schon lange nicht mehr dünn ist und der Zufluchtsort sich rasant änderte. Die Abgeschiedenheit der temporären Arbeitszimmer im Künstlerhaus Lukas mit der Weite des November- oder Sommerstrandes sind zusammen genommen ideale Bedingungen, die nicht alltäglich sind und die den Schriftsteller Martin Mosebach über seinen einstigen Aufenthalt hier sagen ließen, er kenne kaum einen Ort, an dem man so intensiv arbeiten und sich gleichzeitig erholen kann. Stimmt das oder müssen wir bald dem Paradies Asyl gewähren? Die zum Lesefest eingeladenen Autorinnen und Autoren werden ihre eigenen Schwerpunkte zum Festivalthema und Gedanken zum Arbeiten an Sehnsuchtsorten formulieren.  

Im Bereich Literatur des Stipendienprogramms des Künstlerhauses Lukas werden unterschiedlichste literarische Formen, wie Prosa, Lyrik, literarische Übersetzung und das Schreiben von Drehbüchern oder Theaterstücken gefördert. Den Auftakt des LESEFESTES aus Anlass des 20jährigen Jubiläums des Künstlerhauses Lukas gestalten die Drehbuchautorin Annekatrin Hendel und die schwedische Lyrikerin Cecilia Hansson. Sprache als Kunst oder Kunst als Sprache wird in zwei ersten Formen gegenübergestellt, um vielleicht herausfinden zu können, dass im Film der ganze Raum verhundertfacht beschrieben wird, wie Marguerite Duras behauptete. Die Lyrikerin wird möglicherweise dagegenhalten und sagen, dass gerade reduzierte sprachliche Mittel Utopien und Andere-Welt-Entwürfe größer werden lassen.
 
     
     
 
  28. September 2014
Kap der guten Hoffnung
 

FISCH - LAND


Volker H. Altwasser (Rostock) - Prosa
Simone Trieder (Halle) - Prosa

Lesung um 20 Uhr
In Volker H. Altwassers Erfolgsroman „Letzte Fischer“ spielen die Fischer schon immer die Hauptrolle. Bei ihm sind es die Hochseefischer – nun sind es die vom Saaler Bodden. Simone Trieder war eigens zu einem Projektaufenthalt zu eben diesem Thema im Künstlerhaus Lukas und hat auf ihren Erkundungen Freundschaften geschlossen.

Welche Rolle die Fischer von heute haben oder hatten, davon werden beide lesen. Wo? Natürlich im Kap der guten Hoffnung. Wo sonst!
 
  29. September 2014
Käthe Miethe Bibliothek
 

Dichter und ihre Übersetzer

Ulrikka S. Gernes (Kopenhagen) - Prosa/Lyrik
Peter Urban-Halle (Berlin) - Prosa

Lesung um 20 Uhr
Der Übersetzer Peter Urban-Halle wird im Dialog mit der dänischen Bestsellerautorin Ulrikka S. Gernes über Fragen des Übersetzens sprechen. Urban-Halle zählt zu den renommiertesten Übersetzern aus dem Dänischen und wurde 2013 mit dem dänischen Übersetzerpreis ausgezeichnet.

In Deutschland erschien von Ulrikka S. Gernes der Gedichtband „Wo Schmetterlinge überwintern können.“. Die Veranstaltung gibt zudem Einblicke in das zu wenig beachtete Handwerk des Übersetzens.
 
  30. September 2014
Kunstkaten
 

Litauen trifft Deutschland

Susanne Röckel (München) - Prosa
Eugenijus Ališanka (Vilnius) - Lyrik

Lesung um 20 Uhr
Susanne Röckel trifft Eugenijus Ališanka. In ihrem Erzählband  „Vergessene Museen“  bleibt das Paradies für die Schriftstellerin und Übersetzerin Susanne Röckel eine zu diskutierende Möglichkeit.

Eugenijus Ališanka gilt als einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen litauischen Lyrik. Er publizierte sechs Lyrikbände, Essays und Übersetzungen. Sein Gedichtband „exemplum.Gedichte“ erzählt von der reisenden Suche nach paradiesischen Momenten. Er wurde nach seinem Erscheinen einstimmig gelobt.
 
     
     
 
  30. September 2014
Neues Kunsthaus
 

Island trifft Deutschland

Ingo Schulze (Berlin) - Prosa
Ingibjörg Hjartardottir (Svarfathardalur) - Prosa

Lesung um 17 Uhr
Ingo Schulze war zu Beginn seiner großen Erfolge Stipendiat des Künstlerhauses Lukas und gehört heute zu den großen literarischen Stimmen. Günther Grass würdigte ihn für „33 Augenblicke des Glücks“ und „Simple Storys“ als großartigen Erzähler der neuen Bundesländer. Er trifft auf die isländische Autorin Ingibjörg Hjartardottir. Ihr Islandkrimi „Der Zuhörer“ (2011) erzählt von einer Beziehung nach dem zweiten Weltkrieg, als sich hunderte deutsche Arbeiterinnen und Arbeiter als Landhelfer in Island anwerben ließen. Etliche blieben für immer.
 
  3. Oktober 2014
Käthe Miethe Bibliothek
 

Finnland trifft Deutschland

Ulrike Draesner (Berlin) – Lyrik/Prosa
Olli Heikkonen (Helsinki) - Lyrik

Lesung um 20 Uhr
Die Berliner Autorin Ulrike Draesner trifft auf Olli Heikkonen, der als einer der wichtigen Vertreter der finnischen Gegenwartsliteratur gilt und der 2008 zu einem  Arbeitsaufenthalt in Ahrenshoop war. Sein Oeuvre kreist um die Spannungen zwischen dem Leben in der Natur und in der Stadt. Egal an welchem Ort man sein Paradies beschreibt, dieser Abend verspricht ein ganz Besonderer zu werden….
 
  4. Oktober 2014
Künstlerhaus Lukas
 

Ich kann diese Stelle nicht wieder finden

Daniela Seel (Berlin) - Lyrik
Cornelia Jentzsch (Melzow) - Moderation

Lesung um 20 Uhr
Daniela Seel liest aus ihrem Gedichtband und unveröffentlichte Lyrik. In ihrem Debüt auf gerade 60 Seiten bündeln sich Schmerz und Leid in dichten Wortreihen. 2003 gründete sie den vielbeachteten und innovativen Verlag kookbooks - Labor für Poesie als Lebensform.
 
     
     
 
LESEFEST für Kinder

Es war Maria Linsmann vom Bilder- buchmuseum Burg Wissem in Trois- dorf, die über die Verbindung von Text und Bild im originalgrafischen Buch in Ahrenshoop begeistert war. Aus dieser Begegnung wuchs die Kooperation im Stipendienprogramm des Künstler- hauses Lukas im Bereich Kinderbuch- illustration. Der Hinstorff Verlag Rostock war sofort mit dabei und so wechseln sich die beiden engagierten Häuser in der Förderung von Illustra- torInnen für Kinderbücher im Stipen- dienprogramm des Künstlerhauses Lukas ab. Der Carlssen Verlag und der ALADIN Verlag, beide aus Hamburg, wirken als Kooperationspartner mit. Das Troisdorfer Bilderbuchstipendium fand fortan in der Nähe der großartigen Sammlung von Kinderbuchillustrationen in Troisdorf und in Ahrenshoop statt. 2014 vergibt der Hinstorff Verlag wieder mit dem Künstlerhaus Lukas das be- gehrte Stipendium.
Anlässlich des Lesefestes werden beide Kooperationspartner ausgewählte Beispiele der Kinderbuchproduktion vorstellen.
 
  4. Oktober 2014
Künstlerhaus Lukas
 

Workshop für Kinder

Kristina Andres (Dobbin)
Kinderbuchillustration

von 10-13 Uhr
Ich stelle mein eigenes Buch her – und das geht im Künstlerhaus Lukas an einem besonderen Vormittag für Kinder während des Lesefestes. Die Kinderbuchillustratorin Kristina Andres hat ihre mobile Druckwerkstatt mitgebracht, in der Kinder – auch mit ihren Eltern – ein Buch oder erste Entwürfe unter ihrer fachkundigen Anleitung herstellen können. Ebenso kann man die zahlreichen Kinderbücher der Illustratorin kennenlernen und signieren lassen, von denen drei im Hinstorff Verlag erschienen sind. Und wer weiß, vielleicht finden sich an dem Tag Talente und die KinderbuchillustratoreInnen von morgen…

-Großer Büchertisch-
 
  5. Oktober 2014
Neues Kunsthaus
 

Wie entsteht ein Kinderbuch?

Anne Hofmann (Berlin)
Kinderbuchillustration

um 14 Uhr
Kinder und ihre Eltern, Großeltern oder
Freunde können der Kinderbuchillustra-
torin und Animationsfilmerin Anne Hof-
mann und ihrem Verlag, dem ALADINVerlag aus Hamburg, bei der gemeinsamen Arbeit über die Schulter schauen. Es wird am Beispiel des im vergangenen
Jahr auch im Künstlerhaus Lukas entstan-
denen Bilderbuches „Osman der Angler“
erklärt, wie das Buch und seine Geschichte
entstanden ist. Erst der Text, dann das Bild oder genau umgekehrt? Wie findet ein Kinderbuchverlag die schönsten Geschichten und Bilder?


-Großer Büchertisch-
 
     
 
 
5. Oktober um 17 Uhr
Lesung - Gespräch
Kuratoren: Nora Gomringer, Cornelia Jentzsch und Peter Urban-Halle


KÜNSTLERHAUS LUKAS

Dorfstraße 35
18347 Ostseebad Ahrenshoop
Telefon 03 82 20 - 69 40
Fax 03 82 20 - 694 14

post@kuenstlerhaus-lukas.de
www.kuenstlerhaus-lukas.de
     
  Finito – Gehen oder die Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen

Kathrin Schmidt (Berlin) - Prosa
Lars Haga Raavand (Oslo/Göteborg) - Prosa

Den Abschluss des Lesefestes anläßlich des 20jährigen Jubiläums des Künstlerhauses Lukas beschließen zwei preisgekrönte Autoren Norwegens und Deutschlands. Der Weg ist das Ziel, könnte man meinen, wenn man dem norwegischen Schriftsteller Tomas Espedal in „Gehen oder die Kunst, ein wildes und poetisches Leben zu führen“ auf seinen abenteuerlichen Reisen zu Fuß quer durch Europa folgt. Ein Mann verlässt seine Frau, sein Kind, sein Haus. Er beschließt zu gehen, das Leben eines Landstreichers zu führen, und macht sich auf den Weg, der ihn zu sich selbst bringen soll. Er scheitert, trinkt, beginnt von Neuem. Den Leser nimmt er mit auf diese delirierenden, existenziellen und besessenen Reisen zu Fuß von Norwegen durch Deutschland nach Frankreich, nach Griechenland, durch ein Europa der Kunst, der Mythen, der Städte. Bestimmt vom Rhythmus harten Gehens, von der Dunkelheit der Trunkenheit und der vollständigen physischen Erschöpfung tritt er in Dialog mit Rousseau, Rimbaud, Satie, Giacometti, Heidegger und erlebt ein Abenteuer des Denkens: mit nichts als sich selbst, ganz auf sich zurückgeworfen, was bleibt, wer ist man?

Mit Kathrin Schmidt, der Preisträgerin des Frankfurter Buchpreises 2009, trifft der norwegische Autor auf eine andere nicht minder nachdenkliche Reise. Mit „Du stirbst nicht“, ihrem ausgezeichneten Roman über die Rückkehr ins Leben nach einer Hirnblutung, hat sich Kathrin Schmidt ein großes Lesepublikum erobert. Mit dem darauf folgenden Gedichtband „Blinde Bienen“ hat sie die literarische Kritik begeistert. Darauf folgte mit dem Erzählband „Finito. Schwamm drüber“ ein spätes Debüt. Und auch diese Erzählungen sind von besonderer Qualität und einer beeindruckenden Vielfalt, sowohl im Ton als auch in den Themen und Perspektiven. Sie spannen den Bogen von der Zeit des geteilten Deutschlands bis in die Gegenwart, führen in Familien und Singlehaushalte, zeigen starke Frauen in schwachen Momenten und Männer, die nie so stark geworden sind, wie sie sich immer empfanden.